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:: Ein Brief zur Weihnachtszeit

„Denn der größte Fortschritt in unserer Welt sind Men­schen, die sich Anteil nehmend um einander kümmern,“ sagt Renate Wiedemann - Gründerin und über ein Jahrzehnt Vor­sit­zen­de der Deut­schen Hospizhilfe.

"Mit der ersten Kerze, die an diesem Wochenende am Adventskranz entzündet wird, ist es wieder so weit – es beginnt für viele von uns die schönste, gemütlichste und be­sinn­lich­ste Zeit des Jahres.

 

Doch während alle Welt Festtagsvorbereitungen trifft, Geschenke aussucht und von ei­ner fröhlichen Vorfreude auf Lichterglanz, Weihnachtsgans und den Abend aller Aben­de er­fasst wird, gibt es auch Menschen unter uns, die solch geschäftiges Treiben eher schmerzt. Familien, in denen ein Mensch stirbt, beispielsweise. Und arbeitslose und ein­same alte Menschen, bei denen das Geld oft nicht reicht, oder die nichts mehr vor­zu­­be­­­rei­­­ten haben, weil ohnehin nie­mand mehr kommt, dem sie etwas schenken könn­ten, der auch ihnen eine Freude macht.

 

Aber auch viele Jüngere, darunter so manche Kinderseele, die unter einer zer­broche­nen Partnerschaft leiden. Denn Schmerz und Einsamkeit haben durchaus nicht immer et­was mit dem Alter und dem Geldbeutel zu tun. So gibt es nicht wenige Top­manager und Karrierefrauen, die fast alles haben – außer jemanden, der sich um sie sorgt und den sie umsorgen können. Und denen die fehlende Geborgenheit beson­ders jetzt, in den letzten Wochen des Jahres, bewusst wird.

 

Und für noch eine Gruppe von Menschen sind Weihnachten und Silvester meist die schmerz­­lich­sten Tage des Jahres – für Trauernde, die in den letzten Wochen und Mo­na­ten einen geliebten Menschen verloren haben.

 

Wäre es nicht schön, wenn wir alle uns ihnen in dieser Zeit besonders zuwenden wür­den – durch Besuche, ein kleines Geschenk, einen lieben Brief oder ein Telefonat? Denn sicher kennen auch Sie jemanden, für den Ihre Zuwendung ein Stück menschli­che Wärme in schwerer Zeit bedeuten würde.

 

„Ich denke, dass dieses Jahr ein ganz besonders schweres für Sie war, und darum möch­­te ich Sie gerne einmal besuchen, anrufen, Ihnen schreiben, etwas vorbeibrin­­gen“, sind Worte, die von so manchem Trauernden dankbar aufgenommen würden, so manche „Tür“ öffnen könnten.

 

Und wenn dann im Gespräch auch Tränen fließen – viel­leicht sogar Ihre eigenen –, dann versuchen Sie nur ja nicht, diese zurückzuhalten. Denn wahrscheinlich sind Tränen die ehrlichste Form menschlichen Mitgefühls…

 

Wir wünschen Ihnen allen eine gesegnete Weihnachtszeit – Ihnen, die Sie in diesem Jahr, ob durch Tod oder Trennung, einen geliebten Menschen verloren haben, krank, al­lein oder ohne Arbeit sind, und Ihnen, die Sie in diesen Ta­gen den Weg zu einem Trau­ernden oder anderen Menschen finden, dem es gerade nicht so gut geht."

 

 

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Und das ist die Entstehungsgeschichte des Weihnachtsbriefes…

Es war im Dezember 1995, als der „Brief zur Weihnachtszeit“ zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Die Idee dazu hatte Renate Wiedemann, Gründerin und über ein Jahrzehnt Vor­sit­zen­de der Deut­schen Hospizhilfe, die in Deutschland durch gezielte Öffentlichkeitsar­beit und die Bera­tung von weit über 100.000 Menschen wegweisend zur Etablierung des Ho­s­piz-Ge­­dankens bei­trug. Vierzig prominente Frauen unterschrieben den Brief damals.

 

Viele Jahre dachte die Journalistin aus Buchholz bei Hamburg nach Beendigung ihres Hos­piz-Engagements nicht mehr an den Brief. Bis ein befreundeter Bestatter, Willi P. Heu­se aus Weiterstadt in Hessen, Inhaber eines der ältesten Bestattungshäuser Deutsch­lands und Gründer des „Forums für ein glückliches Leben und einen liebe­vol­len Abschied“, Re­na­te Wie­de­mann bat, diesen erneut von bekannten Persönlichkei­ten unterschreiben zu las­sen und über die Medien in die Öffentlichkeit zu tragen.

 

„Denn der Brief hat nichts von sei­ner Ak­tualität verloren“, sagt der 42jährige, „ganz im Ge­genteil. Die Wirtschaftskrise, die grö­ßer werdende Zahl alter und älterer Menschen und eine Scheidungsrate von inzwi­schen rund 50 Prozent, die auch viele Kinder­seelen belastet, machen diesen Brief ak­tueller denn je!“

 

„Und der Erfolg ist geradezu überwältigend“

„Und wir würden uns natürlich sehr freu­en, wenn noch weitere Unterschriften dazukämen, die wir ab dem 1. Ad­vent im Internet auf www.Ein-Brief-zur-Weihnachtszeit.de veröffentlichen werden," sagt Renate Wiedemann.

Quelle:

Renate Wiedemann 2009

21244 Buchholz, Reit 25

Telefon 04181-37313

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