Spiritualität
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Artikel 40 von 53
:: Ein ökologisch sensibler Papst
Die Würdigungen des verstorbenen Papstes haben in den vergangenen Tagen eine Fülle von Aspekten betont, die untrennbar mit Person und Wirken Johannes" Pauls II. verbunden sind. Dabei geriet jedoch ein Gesichtspunkt in Vergessenheit, der ebenfalls hohe Bedeutung hatte und für einen Nachfolger womöglich noch größere Dringlichkeit gewinnen wird: Die Frage der menschlichen Verantwortung für die Schöpfung.
Gastkommentar von Theologen aus Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien
In seinen Sozialenzykliken, die in den letzten Tagen zurecht herausragend gewürdigt wurden, hat Johannes Paul II. stets auf die Rückbindung sozialer Fragen an ökologische Herausforderungen hingewiesen - insbesondere in "Sollicitudo Rei Socialis" von 1987 (Nr.26 und 34) und in "Centesimus Annus" von 1991 (Nr.37-40). Darüber hinaus hat er im Laufe seines Pontifikats auf vielfache Weise zu Einzelfragen der Schöpfungsverantwortung Stellung bezogen. Seine diesbezüglich bedeutendsten und grundsätzlichsten Äußerungen stammen zweifelsohne vom Weltfriedenstag 1990 und leisteten damit gedanklich den zentralen kirchlichen Beitrag auf dem Weg zur UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992. Unter dem Titel "Frieden mit Gott dem Schöpfer - Friede mit der ganzen Schöpfung" unterstrich der Papst die untrennbare Verknüpfung der Problembereiche von Frieden, Gerechtigkeit und Schöpfungsbewahrung (Nr.1-2). Die Verschlechterung der Umwelt sei "einer der besorgniserregendsten Aspekte" der momentanen moralischen Krise (Nr.5), könne aber nur gemeinsam mit den wachsenden globalen Ungerechtigkeiten und den häufigen Kriegen bekämpft werden (Nr.10-12). Mehr noch als die Nichtglaubenden hätten Christinnen und Christen die Aufgabe, sich auf der Basis ihres Glaubens an den Schöpfergott für umweltpolitische Maßnahmen wie für einen umweltverträglichen Lebensstil einzusetzen (Nr.15-16). Dieser Lebensstil müsse durch Einfachheit, Maßhaltung und Verzichtbereitschaft gekennzeichnet sein.
Im Jubiläumsjahr 2000, das eines seiner größten Herzensanliegen war, hat Johannes Paul II. am Erntedankfest nochmals einen eindringlichen Appell zum behutsamen Umgang mit der Schöpfung abgelegt. Die Schöpfung biete genügend Ressourcen für ein gutes Leben aller Menschen. Wer dankbar gegenüber den Gaben seines Schöpfers sei, werde daher maßvoll mit ihnen umgehen, sie geschwisterlich teilen und einem die Umwelt zerstörenden Konsumismus eine deutliche Absage erteilen.
Mit den Worten "noch ist es nicht zu spät" unterstrich der Papst schließlich im Juni 2002 zusammen mit dem orthodoxen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., die enorme Dringlichkeit der ökologischen Frage, die unter allen Umständen von der gegenwärtig lebenden Menschheitsgeneration einer Lösung nahe gebracht werden müsse.
Als Theologen, die die Schöpfungsverantwortung zum besonderen Gegenstand ihres Lehrens und Forschens gemacht haben, hoffen wir daher auf einen Papst, der das Anliegen seines Vorgängers in diesem Punkt verstärkt fortführt und womöglich mit einer eigenen Enzyklika zum Schöpfungsthema noch zusätzlich entfaltet und betont.
© Clearingstelle Kirche und Umwelt
Prof. Dr. Andreas P. Alkofer, Chur
Prof. Dr. Karl Golser, Brixen
Prof. em. Dr. Hans Halter, Luzern
Prof. Dr. Hans J. Münk, Luzern
Prof. Dr. Michael Rosenberger, Linz
Prof. DDr. Walter Schaupp, Graz
Prof. Dr. Günter Virt, Wien
Prof. Dr. Markus Vogt, Benediktbeuern
Prof. Dr. Werner Wolbert, Salzburg
In seinen Sozialenzykliken, die in den letzten Tagen zurecht herausragend gewürdigt wurden, hat Johannes Paul II. stets auf die Rückbindung sozialer Fragen an ökologische Herausforderungen hingewiesen - insbesondere in "Sollicitudo Rei Socialis" von 1987 (Nr.26 und 34) und in "Centesimus Annus" von 1991 (Nr.37-40). Darüber hinaus hat er im Laufe seines Pontifikats auf vielfache Weise zu Einzelfragen der Schöpfungsverantwortung Stellung bezogen. Seine diesbezüglich bedeutendsten und grundsätzlichsten Äußerungen stammen zweifelsohne vom Weltfriedenstag 1990 und leisteten damit gedanklich den zentralen kirchlichen Beitrag auf dem Weg zur UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992. Unter dem Titel "Frieden mit Gott dem Schöpfer - Friede mit der ganzen Schöpfung" unterstrich der Papst die untrennbare Verknüpfung der Problembereiche von Frieden, Gerechtigkeit und Schöpfungsbewahrung (Nr.1-2). Die Verschlechterung der Umwelt sei "einer der besorgniserregendsten Aspekte" der momentanen moralischen Krise (Nr.5), könne aber nur gemeinsam mit den wachsenden globalen Ungerechtigkeiten und den häufigen Kriegen bekämpft werden (Nr.10-12). Mehr noch als die Nichtglaubenden hätten Christinnen und Christen die Aufgabe, sich auf der Basis ihres Glaubens an den Schöpfergott für umweltpolitische Maßnahmen wie für einen umweltverträglichen Lebensstil einzusetzen (Nr.15-16). Dieser Lebensstil müsse durch Einfachheit, Maßhaltung und Verzichtbereitschaft gekennzeichnet sein.
Im Jubiläumsjahr 2000, das eines seiner größten Herzensanliegen war, hat Johannes Paul II. am Erntedankfest nochmals einen eindringlichen Appell zum behutsamen Umgang mit der Schöpfung abgelegt. Die Schöpfung biete genügend Ressourcen für ein gutes Leben aller Menschen. Wer dankbar gegenüber den Gaben seines Schöpfers sei, werde daher maßvoll mit ihnen umgehen, sie geschwisterlich teilen und einem die Umwelt zerstörenden Konsumismus eine deutliche Absage erteilen.
Mit den Worten "noch ist es nicht zu spät" unterstrich der Papst schließlich im Juni 2002 zusammen mit dem orthodoxen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., die enorme Dringlichkeit der ökologischen Frage, die unter allen Umständen von der gegenwärtig lebenden Menschheitsgeneration einer Lösung nahe gebracht werden müsse.
Als Theologen, die die Schöpfungsverantwortung zum besonderen Gegenstand ihres Lehrens und Forschens gemacht haben, hoffen wir daher auf einen Papst, der das Anliegen seines Vorgängers in diesem Punkt verstärkt fortführt und womöglich mit einer eigenen Enzyklika zum Schöpfungsthema noch zusätzlich entfaltet und betont.
© Clearingstelle Kirche und Umwelt
Prof. Dr. Andreas P. Alkofer, Chur
Prof. Dr. Karl Golser, Brixen
Prof. em. Dr. Hans Halter, Luzern
Prof. Dr. Hans J. Münk, Luzern
Prof. Dr. Michael Rosenberger, Linz
Prof. DDr. Walter Schaupp, Graz
Prof. Dr. Günter Virt, Wien
Prof. Dr. Markus Vogt, Benediktbeuern
Prof. Dr. Werner Wolbert, Salzburg
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